Warum Kreta?

eigentlich wollten wir schon lange mal nach Kreta, hatten aber nie das passende für uns gefunden. Doch dann rief Santas Schwester uns an und erzählte, das sie aktuell auch eine Reise dorthin planen und ob wir uns vielleicht anschließen wollten. Klar, warum nicht. Also haben wir uns ins gleiche Hotel eingebucht und freuten uns auf ein paar entspannte Tage zu viert.
Von Hamburg aus ging es mit Condor direkt nach Heraklion, wo wir am Abend auf Santas Schwester und ihren zukünftigen Mann trafen. Die beiden kamen bereits am frühen Morgen aus Riga an, und freuten sich uns endlich zu sehen. So genossen wir den ersten Sonnenuntergang am Hotelpool und machten große Pläne für die nächsten Tage.
Den ersten Tag haben wir am Pool begonnen, aber schnell festgestellt, dass wir wieder das Antalya-Syndrom bekommen. Also zog es uns nach draußen um die nächsten Ortschaften zu erkunden. Wir wollten mit einem Bus nach Limenas fahren, der aber scheinbar nur einmal im Schaltjahr fährt. Wir warteten vor einer Autovermietung auf den nächsten Bus, und haben spontan entschlossen für die folgenden Tage ein Auto zu mieten. Die Jungs waren sich sofort einig, es muss ein Jeep sein. Wir buchten also einen weißen Jimny Jeep und konnten es kaum abwarten damit loszudüsen.
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Wir verloren bei der Buchung etwas Zeit und nahmen daher ein Taxi, statt weiter auf den Bus zu warten. Und so standen wir kurz darauf in einem kleinen Hafenort. Schicke Restaurants laden zum verweilen ein. Wir fanden schnell eines direkt am Wasser, und damit meine ich wirklich direkt. Ein falscher Schritt des Kellners und er wäre im Hafenbecken gelandet. Ein gelungener Abend mit leckerem Wein und tollem Essen bei einem herrlichen Ausblick auf die im Hafen untergehende Sonne.

Mein kleiner Unfall

Nachdem wir aus Limenas wieder zurück gekommen sind, wollten wir noch etwas trinken und sind in einer kleinen Bar hängen geblieben. Kurz darauf haben Santa und ich uns zu Fuß in Richtung Hotel aufgemacht. Es ist dunkel und die Straßenbeleuchtung mehr als schlecht, und so konnten wir nur schemenhaft erkennen, das da etwas auf uns zu rennt. Einen kurzen Moment lang waren 5 Hunde im Scheinwerferlicht einer Straßenlaterne zu erahnen. Ein paar Sekunden später rannten wir wie die Doofen vor etwas weg, was wir nicht sehen konnten. Als ich stoppte um Santa zu beruhigen, rannte sie in mich hinein und ich lag auf einmal in einem 2 Meter tiefen Wassergraben. Ich schrie die ganze Straße zusammen und wusste nicht wo ich war. Ich sah nur Gras um mich herum und die 5 Hunde mit wedelndem Schwanz standen über mir. Natürlich völlig harmlos und einfach nur auf der Suche nach Futter und ein paar Streichel-Einheiten. Als ich mich wieder hinstellen konnte, leckte mir einer der flauschigen Wurstvernichter durchs Gesicht. Santa versuchte mich aus dem Loch zu ziehen und nach vielen Versuchen konnte ich mich auf die Straße rollen und zum Hotel zurück humpeln. Die Nacht verbrachte ich im Hotel, da kein Arzt mehr verfügbar war. Und so musste ich unseren Rollkoffer als Gehhilfe benutzen um überhaupt zum Klo zu kommen.
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Das Fenster zum Hof

Ich wurde am nächsten Tag ins Krankenhaus gebracht und durfte kurz das griechische Gesundheitssystem kennen lernen, dass aus ein paar Röntgenaufnahmen, viel Salbe und einer hohen Rechnung bestand. Da es sich um ein privates Krankenhaus handelte, blieb ich später auch auf diesen Kosten sitzen. Falls euch mal so etwas passieren sollte, dann sorgt dafür das ihr in ein staatliches kommt, denn nur dann übernimmt die Krankenkasse alle Kosten. Für mich hieß es ab da nur noch mit Krücken, kein Kontakt mit Wasser, keine Sonne und bloß keine Anstrengung mehr. Der Urlaub war für mich gelaufen, und das schon am zweiten Tag.

Von Knossos in die Berge

Mit einem schlechten Gefühl haben die Anderen mich im Hotel zurück gelassen. Doch ich wollte ihnen nicht auch den Urlaub verderben und sie an mich ketten. Also sagte ich zu Santa, hier ist die Kamera, zeig mir Kreta und erlebe etwas für mich. Während ich also das „Fenster zum Hof“ nachspiele, fahren die drei anderen mit dem Jimny-Jeep durch die Berge Kretas und lassen sich mit Wein verwöhnen. Sie entdecken dabei den Knossos-Tempel und lassen sich zeigen wie man Wein und Öl herstellt. Ziellos und ohne Plan sind sie dabei einfach der Straße gefolgt und landeten dabei irgendwo im Nirgendwo. Die Straßen wurden steiler und die Abgründe tiefer. Nicht ganz ungefährlich und nur mit einem Allrad-Antrieb zu überstehen. Völlig verfahren konnte nur ein einheimischer Bauer noch den Weg zurück auf die normalen Straßen erklären.
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Wo Hippies noch in Höhlen wohnen

Am nächsten Tag durften die drei mich dann wieder mitnehmen, da ich das Hotel nun schon kannte, und mal was anderes sehen wollte. Also wurde ich behutsam in den Jeep gewuchtet und durch die Gegend chauffiert. Herrlich.
So ging es nach Matala, im Westen Kretas, eine Art Hippie-Hochburg. Hier lebten und leben Menschen in Höhlen und genießen die Freiheit. Bunte Käfer fahren durch die Straßen und die Zeit scheint still zu stehen. Warum das so ist, wissen wohl nur die Hippies selbst, die diesen Ort zu dem machen was er mal war und ist. Wir parken unweit des Strandes vor einer dieser Höhlen und erkunden die Gegend. Dabei werden wir misstrauisch aus einer der Steinbehausungen beobachtet.

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Hier hat Oma noch alles in Griff

Wir verlassen Matala in Richtung Süd-Osten über steile Berge und verschlungene Wege. Am Ende landen wir in einem verschlafenen Ort Namens Lentas. Hier fegt das Meer an die Felsen und eine steile Treppe führt ins Nichts. Ein paar hundert Meter weiter finden wir ein Restaurant das von einer damals 90-jährigen geführt wird. Wir setzen uns an einen der vielen freien Tische und lassen uns von der Atmosphäre einfangen. Wir bestellen etwas aus der Karte und schon lässt Oma ihre Kinder und Enkel im Kreis rotieren. Der eine spurtet zum einkaufen, die anderen feuern den Herd an. Sie sitzt vor ihrem Lebenswerk und schaut mit gelassenem Blick aufs Meer hinaus. So wie sie es schon die letzten Jahrzehnte getan hat. Am Ende steht ein leckeres Essen auf dem Tisch und wir sind begeistert.
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Die Fahrt nach Malia

Nachdem wir den Westen der Insel erkundet haben, wollten wir natürlich auch noch die andere Seite sehen. Wir fahren also mit unserem geliebten Jimny-Jeep Richtung Osten und bleiben irgendwo in Malia am Strand hängen. Hier ist etwas mehr los als in unserer Gegend um Heraclion herum. Mehr Engländer die Alkohol im Meer versenken, und rotgebrannt im Sand paniert werden. Die ganze Gegend erinnert an einen thailändischen Badeort und so sehn auch die Restaurant-Schilder hier aus. Verwaschen und billig schreien sie einen an. Wir finden ein kleines Restaurant, das auf uns einen guten Eindruck macht und werden nicht enttäuscht.
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Lecker Essen und Trinken

Das Essen hier auf Kreta ist einfach toll, frische Tomaten und Ziegenkäse zaubern einen griechischen Salat, den man so wohl nur hier bekommt. Die Tomaten werden uns später auf Zypern fehlen und der einzigartige Geschmack aller Seafood-Gerichte ist auch wirklich vom Feinsten. Nichts wirkt gekünstelt oder aufgesetzt, alles schmeckt real und immer authentisch.
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