Trotz meines Unfalls auf Kreta, hat es uns wieder auf eine griechische Insel verschlagen, obwohl dies nicht ganz stimmt, denn eigentlich ist Zypern ja eigenständig und gehört zum Teil den Türken. Verwöhnt vom guten Essen und der tollen Natur auf Kreta freuten wir uns darauf das gleiche auch auf Zypern zu erleben. Doch gleich am Flughafen haben wir gemerkt, dass hier eine andere Musik gespielt wird. Fünf Jungs lotsten uns zum „Taxistand“, einer selbstgebauten Bretterbude, die sie wohl am Abend vorher aus Baumarkt-Teilen zusammengeschustert hatten. Als man mir sagte, dass die 30 minütige Fahrt 40 Euro kosten sollte, dachte ich, dass es sich um einen Scherz handeln musste. Ich betonte noch einmal, dass ich nicht den professionell errichteten Taxistand kaufen, sondern nur zu unserer Unterkunft gebracht werden wollte. Doch die Burschen meinten das Ganze ernst und so saßen wir kurz darauf im Fahrzeug eines mies gelaunten Pedal-Treters fest.

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Unser Hotel, das Capital Coast Resort & Spa, erinnerte ein bisschen an eine Altenpension. Eigene Zimmer, eigene Küche, Balkon. Alles in allem nicht schlecht. Eine tolle Einkaufsmöglichkeit gab es direkt auf der anderen Straßenseite und so wurden wir zu Selbstversorgern und kochten uns gern Abends eine Kleinigkeit. Unseren ersten Ausflug in die Stadt traten wir wieder einmal zu Fuß an. Immer an der Küste entlang landeten wir so in der Hafenstadt Paphos. Das Essen dort war wohl nicht so gut für Santas Magen und so mussten wir schnell wieder zurück ins Hotel fahren, wo Santa den Rest des Tages mit verstimmtem Magen im Bett verbracht hat. Schade.

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Mit Jimmy über die Insel jagen

Da Santa Geburtstag hatte, wollten wir etwas Besonderes machen. Bei Tripadvisor haben wir von einer Jeepsafari gelesen, die uns voll überzeugt hat. Ein Anruf bei Jimmy und der nächste Tag war gebongt. Er hatte genau zwei Plätze für uns frei. Perfekt. Am darauf folgenden Tag kam er mit seinem orangen Baby bei unserem Hotel vorbei um uns abzuholen. Jimmy, ein typischer Engländer mit wenig Haar und viel Bauch war uns gleich sympathisch. Er lud uns auf seinen LandRover auf und stellte uns kurz seine anderen Touristengeiseln vor. Alle samt Engländer, aus denen hier gefühlte 80% der Urlauber bestehen. Kein Wunder, haben doch die Engländer hier eine Luftwaffenbasis seit dem türkisch – griechischen Konflikt. Hier wird links gefahren und englisch gegessen.

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Wir saßen nun also hinten auf der Ladefläche des Jeeps und wurden ordentlich durchgeschüttelt. Keine Spur von Luxus oder bequemem Sightseeing auf 4 Rädern. Aber gerade das hat uns gefallen. Wir machten kurze Stopps bei einem Schiffswrack, das seit Jahren hier vor der Küste liegt, und das keiner mehr bergen möchte. Die Geschichte dahinter war recht interessant. Es handelte sich um ein Schiff, dass bei einem Sturm auf Grund gelaufen ist, und dessen Kapitän mehrere Monate auf dem havarierten Schiff lebte um dies vor Dieben zu schützen. Als die Versicherung den Schaden endlich bezahlt hatte, verließ er das Schiff und die Diebe nahmen alles mit was sich irgendwie zu Geld machen ließ.

Wir hoppelten weiter über Steinpisten zu einem Strand an dem Schildkröten ihre Eier ablegen und hoffentlich wieder das Meer erreichen. Gesehen haben wir keine, sondern nur die Schutzkäfige unter denen die Eier lagen. Wir spazierten später durch das Akamas-Gebirge und liefen durch eine enge Schlucht die, je tiefer man lief, immer weniger Platz bot. Der Höhepunkte sollte eigentlich der hängende Felsen sein, doch da es an diesem Tag stark geregnet hat, ließen wir diese Stelle aus. Jimmy machte den Tag über ein paar tausend Witze, wurde aber an dieser Stelle sehr ernst, da hier wohl schon viele Touristen ums Leben gekommen seien. Sei es durch Steinschlag, oder weil sie den Weg zurück nicht mehr fanden und in der Hitze dehydriert sind.

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Mit dem Speedboot zur blauen Lagune

Das absolute Highlight der Reise war für uns aber der Bootstrip, den wir glücklicherweise nur machen konnten, weil wir vorher mit Jimmy unterwegs waren. Ich wollte das ganze unbedingt machen, noch bevor ich wusste das wir einen Tag später dort hinfahren werden. Es erschien uns aber zu weit weg und da wir kein Auto hatten, hakten wir die Sache ab.

Um so cooler war es dann, als wir mit Jimmys Jeep auf einmal genau vor „Georges Watersports“ standen und ich mit den Angestellten plaudern konnte. Ich handelte einen guten Preis für ein 250PS Boot aus und sogar unser Transport wurde geklärt. Der Bruder einer der Eigentümer wohnte nicht weit weg von unserem Hotel und sollte uns am nächsten Tag abholen. Das hat auch wunderbar geklappt und so genossen wir die Fahrt im Cabrio über die Insel und ein tolles Gespräch mit einem Ex-Feuerwehrmann aus Rumänien, der nun sein Glück auf Zypern gefunden hat.

Nach der Fahrt bekommen wir eine kurze Einweisung in unser Boot „Bongo“ und dürfen damit nun raus aufs Meer. Wir finden uns in einer Mischung zwischen Eroberer der Weltmeere und Miami Vice wieder. Großartig. einmal den Schubhebel bis zum Anschlag nach vorne und das Boot hebt sich aus dem Wasser. Wir springen über die Wellen und umkreisen den Aphrodite-Felsen. Übrigens hat hier fast alles irgendwas mit Aphrodite zu tun. Die gute Frau hat hier mächtig Eindruck hinterlassen. Es gibt für fast alles eine Sehenswürdigkeit. Ihre Dusche, ihr Badefelsen, ihr Lieblings-Ort und und und.

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Anker raus, hier bleiben wir!

Mein erstes und letztes Ankermanöver findet an einem der besten Plätze statt, den man sich für diese Art von Momenten nur wünschen kann, der blauen Lagune. Übervorsichtig, manövriere ich unser Boot in die Bucht und bleibe dabei viel zu weit draußen, um bloß nicht auf Grund zu laufen, sicher ist sicher. Ich werfe den Anker aus (klingt leichter als es ist) und bin heil froh, dass dies beim ersten Versuch klappt. Um wirklich sicher zu gehen schnappe ich mir einen Schnorchel und tauche ins eiskalte Wasser ab um die Länge der Ankerleine zu checken und ob das Teil wirklich fest sitzt.

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Nachdem das geklärt ist, relaxen wir in der Sonne und genießen jede Minute an diesem traumhaften Ort. Doch dann, wir waren gerade so richtig schön von der Szenerie eingelullt, kommt ein riesiges Segelschiff hinter uns auf und ich bekomme Panik. So schnell es geht will ich den Anker lichten und eine Kollision mit dem Monstrum verhindern. Im Kopf immer die 800 Euro Selbstbeteiligung wenn an unserer Schüssel was kaputt geht. Also zieh ich den Anker aus dem Wasser….. ja denkste Puppe…. nix mit ziehen… das Teil sitzt fest. und das ist ja genau das was ein Anker tun soll… sich fest setzen. Langsam versuche ich die Leine zu kürzen und uns Richtung Anker zu ziehen. Der Wind arbeitet gegen mich und die Wellen machen fleißig mit. Eine Verschwörung.

Erst als ich exakt über dem Anker bin lässt sich das Teil lösen und wir können ihn rauf ziehen. Mit Vollgas machen wir eine Wendung aus der Bucht und düsen dem Segler davon. Dieser rumpelt mit aller Kraft an unseren Liegeplatz und ich bin froh nicht mehr an dieser Stelle zu liegen als ich sehe das Kinder das Ankermanöver durchführen.

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Wir geben noch ein paar mal Vollgas und nutzen die 4 Stunden komplett aus. Ein kleines Rennen mit anderen Booten entscheiden wir noch für uns bevor es dann wieder Richtung Heimathafen geht. Ein kurzer Funkspruch von mir und die Jungs kommen mit Ihrem Schlauchboot raus um uns einzusammeln. Alles in allem ein gelungener Trip, der sich gelohnt hat. Das ich später meine PIN Nummer für die Kreditkarte vergessen habe, lag wohl am Adrenalin und der Sonne. Ziemlich peinlich, wenn 3 schwere Jungs um dich herum sitzen und dir zuschauen wie du verzweifelst Nummern in den kleinen Schlitzi-Kasten eintippst, der aber immer wieder ein „ÖHÖH“ ausspuckt. Das am Ende Santa bezahlen musste lässt mich im Ansehen natürlich direkt ins Bodenlose fallen.

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Die staubige Luft der Königsgräber von Paphos

Steine, Steine und noch mehr Steine – so kann man wohl unseren Besuch bei den Königsgräbern zusammenfassen. Am Anfang sind noch Ruinen bekannter Gottheiten und Bewohner Zyperns zu sehen. Tolle Mosaics zieren den zerstörten Boden. Alles recht interessant und bemerkenswert künstlerisch gemacht. Doch am Ende wird der Ausflug zur Qual. Wir stehen in der WÜSTE!!!!!!!!!!! Wir wollen eigentlich nur noch zum Ausgang, können aber das Gelände nicht verlassen, da jeder Ausgang abgeschlossen ist. Eintritt gezahlt für ein staubiges Gefängnis. Wir sehen sogar schon unser Hotel an einem der Ausgänge, können den blöden Zaun aber nicht überwinden und müssen so ganz zurück zum Eingang laufen. Wer hier reingeht, sollte viel Zeit und gutes Schuhwerk mitbringen.

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Das englische Santorin auf Zypern

Santorin ist schön, aber leider sehr teuer. Das haben wohl auch die Briten so gesehen und sich gedacht, das können wir besser und bauen uns einfach unser eigenes Mini-Santorin hier auf Zypern. Und so findet man eine Siedlung in der ausschließlich Engländer ihr Zuhause haben und das wie eine günstige Kopie daher kommt. Irgenwie surreal und fremd wirkt dieser Ort. Kaum jemand ist anwesend und die Fensterläden sind bei fast allen Häusern verschlossen. Ausgestorben und clean, so empfinden wir diesen Ort, der aber als Fotokulisse seinen Zweck erfüllt.

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Was habt ihr auf Zypern erlebt, oder habt ihr andere Erfahrungen gemacht? Schreibt uns doch gern in die Kommentare, was euch besonders gefallen hat an dieser Insel.